Neues über SE16N mit EHP6

EHP6 und SE16N

Mit der Auslieferung des Enhancement Package 6 (EHP6) ändert sich das Verhalten der SE16N! Was ist neu?

Vor EHP6

Wie schon im Artikel SE16N, die kritische Transaktion erwähnt und beschrieben, gab es für die ECC 6.0 immer wieder Änderungen in der Transaktion SE16N! Um in den Update Modus der SE16N zu gelangen genügten volles Debugging-Recht und der Ausdruck &sap_edit im OK-Code!

Dies wurde mit der EHP6 nun geändert. Dies ist auch in den Hinweisen 1115699 und 1420281 nachzulesen. Um in den Update-Modus zu gelangen, muss nun wieder – wie in den alten SE16-Zeiten – mit Debug-Replace gearbeitet werden.

Mit EHP6

Mit der EHP6 funktioniert das &sap_edit nicht mehr! Aber es gibt eine Abhilfe mit dem guten alten Debugging Modus!
Rufen Sie die SE16N auf. Sodann müssen Sie im Transaktionsfenster (sog. OK-Code) auf den sogenannten „Hoppelmodus“ mit /h umschalten. Es meldet sich der Debugmode in einem extra Fenster.
Drücken Sie jetzt auf <F8> (Funktion „Weiter“). Das Programm hält an. Jetzt müssen Sie für 2 Variablen die Werte verändern.
Geben Sie also für die Variablen GD-EDIT und GD-SAPEDIT jeweils ein X an und speichern sie die Variablenänderung

SE16N

Quelle: SAP R/3®

Wenn das geschehen ist, dann drücken Sie wieder auf <F8> und führen den Debugging-Modus weiter aus.

Sie erkennen, dass der Eingabemodus eingeschaltet ist, dass sich die Tabellenanzeige mit diesen Auswahlbuttons meldet:

SE16N2

Quelle: SAP R/3®

Natürlich brauchen Sie für diese Vorgehensweise volles Debugging-Recht. D.h. Sie brauchen für das B-Objekt:

S_DEVELOP
ACTVT = 01,02,03,16
OBJTYPE = DEBUG

[Der Hinweis 1115699 zeigt Ihnen, wie die das neue Verhalten der SE16N ausbauen können. Dies sollten Sie aber mit Bedacht machen, denn immerhin ist die SE16N eine der kritischsten Transaktionen in der Basis. ]

Mit der Debug-Lösung sollten sie eigentlich auskommen, denn mit den beiden neuen Tabellen SE16N_CD_KEY und SE16N_CD_DATA werden alle Änderungen protokolliert und sind damit prüfbar.

Ich kenne Firmen, die sind wegen der Anbindung älterer Fremd-Software, auf SE16N im Update-Modus angewiesen. Dort muss täglich eine bestimmte Tabelle „aufgeräumt“ und geprüft werden. D.h. letztlich haben hier die zuständigen Basismitarbeiter ständig die Debugging-Rechte. Durch die neue Methode der Prüfung ist es nun umständlicher geworden, da aber eine Protokollierung vorhanden ist, wird die Arbeit an den Tabellen nachvollziehbar und muss so behandelt werden. Eine andere Methode gibt es nicht für diese Firmen.

Wie Sie sich selbst zu der neuen SE16N stellen, soll Ihnen überlassen bleiben. Die Transaktion ist „sicherer“ geworden, doch auch umständlicher! Zur Vermeidung der SE16N kann eigentlich nur gesagt werden, dass man mit Z-Programmen die notwendigen Tabellenanpassungen vollziehen sollte, anstatt mit dieser kritischen Transaktion SE16N!

Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare über die Nutzung der SE16N

Viele Grüße
Bernd Klüppelberg

5 Responses to “Neues über SE16N mit EHP6”

  1. Danke für die ausführliche Erklärung. Ich muss sagen, dass ich aber doch zunächst lieber die Finger von der Transaktion lasse 🙂

    MfG
    Jusimitsu Ohara

  2. Sehr guter Beitrag!
    Fazit:
    Den alten Funktionsstand der SE16N in eine ZSE16N kopieren und die Berechtigungen dafür sehr sensibel vergeben!
    Debuggen kostet unnötig Zeit, ZSE16N läßt sich prima mit einer Notfall-Rolle verknüpfen und ist letztlich zwar kritisch aber dennoch ordentlich dokumentiert für die Forensiker unter uns.

    Hinweis: Kleiner Tippfehler, die Variable heißt GD-EDIT.
    Es könnte noch ein Hinweis auf GD-CHECKKEY für die Fremdschlüsselprüfung erfolgen 😉

  3. Hallo Herr Stueckradt,
    eine ZSE16N nach alter Lesart bauen, ist natürlich eine gute Idee. Ich kenne einige Firmen, die auf die alte SE16N nicht verzichten können.
    Den Variablenname GD-EDIT habe ich berichtigt, danke für den Hinweis.
    Mit dem Hinweis auf GD-CHECKKEY meinten Sie da den Hinweis „682998 – CO-OM-Tools: Fluchtsymbolselektion bei SE16N“ ?

    Viele Grüße Bernd Klüppelberg

  4. Hallo Herr Klüppelberg,
    nein, ich meinte da keinen speziellen Hinweis.
    Durch Ändern der Variable GD-CHECKKEY kann man die möglichen Tabellenänderungen noch etwas freier gestalten.
    Und nach Abschalten der Fremdschlüsselprüfung auf Tabellenebene in Felder Werte eingeben, die dort eigentlich mit intakter referentieller Integrität der Datenbank nicht zulässig wären.
    Manchmal ist aber genau das nötig, zum Beispiel um versehentlich gelöschte Einträge wieder herzustellen (Henne-Ei-Problem)…

  5. Seit Einspielung von EHP6 (inkl. der beiden bekannten Release-Notes) funktioniert die se16n mit &sap_edit auf Entwicklung und Test wie gehabt.
    Der oben beschriebene Trick mit /h, funktioniert übrigens analog, wenn man in der Funktionsgruppe „SE16N“ im Inlcude „LSE16NF10“ bei dem Befehl „CALL FUNCTION ‚SE16N_INTERFACE’“ einen Breakpoint setzt, und dann die se16n wie gehabt startet.
    Nach Eingabe der Selektions-Parameter und „ausführen“, springt die Transaktion dann in den Debugging Mode, wo man die beiden Felder GD-EDIT und GD-SAPEDIT auf „X“ setzen kann.

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