Überlegungen zum Rollennamen

Heute geht es um den Rollennamen. Er ist sorgfältigst zu überlegen, denn er kann auch mitentscheidend für die Lebensdauer Ihres Rollenkonzeptes sein.

Es ist manchmal ganz von Vorteil, sich über die wichtigen Systemfelder im System zu informieren, denn wer sagt denn, dass der Rollenname immer auf der Länge 30 bleibt. Er ist in der Vergangenheit schon einmal geändert worden. (Übrigens genauso wie die Länge des Reportnamens oder des Transaktionscodes).

Überzeugen Sie sich am besten durch einen Aufruf der Transaktion SE11 für den Datentyp AGR_NAME, wenn sie eine neue Version des Systems eingespielt haben.

Zulässige Zeichen im Rollennamen

Der Dictionary-Eintrag zeigt uns – wenigstens in der ECC 6.0 – dass der Rollename noch auf Länge 30 definieret ist. Und er zeigt uns weiter, dass durch die Definition als CHAR-Feld, es auch möglich ist, Sonderzeichen in den Rollennamen zu packen. Ein Test ergibt:

Erlaubt sind: < > , ; : & ( ) – _ ? * +
Nicht erlaubt sind: { } [ ] \ % § $ ! ^ ° ~ # ‚ | @ € ß „
Außerdem dürfen Sie /xxx/yyy vergeben, wenn der Namensraum xxx erlaubt ist.

Die Frage ist aber, was soll in einen Rollenamen aufgenommen werden?

Das oberste Ziel muß die geschickte Wiederauffindbarkeit einer Rolle sein. Bei der F4-Auswahl der PFCG können wir nur mit den Zeichen + und * arbeiten. Sie sehen, der Stern entfällt schon bei aus der Gruppe der Sonderzeichen, genauso wie auch das Pluszeichen.

Des Weiteren sollten wir vorausdenken und irgend ein Kennzeichen für die Konzeptversion unseres Rollenkonzeptes mit in den Rollennamen aufnehmen. Dann sind Änderungen im Konzept leichter händelbar. Stellen Sie sich vor, Sie müssen aus irgendeinem Grund ein neues Konzept für alle Rollen erstellen. Wie wollen Sie da die alten von den neuen Rollen unterscheiden?

Was ist mit dem Rollentyp? Die Unterscheidung von Master und Childrollen sollte aus dem Namen hervorgehen, da ggf. Masterrollen keinem Benutzer zugeordnet werden dürfen. Auch die früher schon angesprochene Valuerolle sollte von den übrigen im Namen mittels ihrer Bewertung unterscheidbar sein, um dem Benutzeradministrator die Zuordnung zu erleichtern. Gleiches gilt für die Sammel- und die Einzelrolle.

Ggf. haben Sie es in Ihrer Systemlandschaft mit mehreren Systemen wie R/3, BI, BW etc. zu tun. Es ist auch hier zu überlegen, ob man diese Zugehörigkeit im Rollennamen irgendwie verdeutlicht. Wie überhaupt die Zugehörigkeit einer Rolle zu einer Anwendung oder einem betrieblichen Prozess das Suchen nach der richtigen Rolle vereinfachen wird.

Nicht jede Rolle ist gleich, es gibt kritische Rollen, reine Leserollen, Update-Rollen, um hier die Rollen auch nach ihrer Rechtevergabe zu unterscheiden. Sollte man nicht eine reine Leserolle von der einer Rolle mit Lösch- oder Hinzufügerechten namentlich absetzen? Manche machen dies mit einer Ziffer für die Kritikalität: So heißt „0“ nicht kritisch und 9 sehr kritisch! Andere haben genug Platz in ihrem Rollennamen, dass sie Kürzel wie ANZ, UPD, INS, DEL an den Rollennamen anhängen.

Um nicht das Wichtigste zu vergessen, sollen die Rollen noch eine treffende Bezeichnung im Namen haben. Als Namen können Sie ggf. den Prozeßnamen nochmals aufgreifen (z.B. DEBI, KREDI) und bauen dann ein Verb ein, das die Tätigkeit für die Rolle bezeichnet. Z.B. ZAHLLAUF_DRUCK, DEBI_BUCHEN, HAUPTBUCH_BUCHEN etc. Verwenden Sie dabei gebräuchliche Abkürzungen, sie erleichtern allen das Leben!

Überlegen Sie also genau, welche Unterscheidungsmerkmale Sie in einer Rolle brauchen, es lohnt sich!

Markieren Sie sich am besten auf einem Karo-Papier 30 aufeinander folgende Kästchen und probieren Sie die einzelnen Unterscheidungen mit ihren Ausprägungen aus. Überlegen Sie genau, welche generischen Eigenschaften sie wo im Namen haben wollen. Testen sie diese einzelnen Zeilen, indem Sie Suchanfragen (F4-Auswahl) an ihren Rollen simulieren.

Ich kann Ihnen versichern, dass diese Simulation Ihnen die Zufriedenheit der übrigen Administratoren und die Langlebigkeit Ihrer Rollen, sowie die Minimierung von Fehlzuordnungen sichern wird. Übrigens müssen sog. Kundenrollen – also die von Ihnen definierten Rollen – nicht mehr alle mit Z beginnen. Der einzige reservierte Name an der Rolle ist SAP*.

Liebe Grüße

Bernd Klüppelberg

2 Responses to “Überlegungen zum Rollennamen”

  1. Sollte der Rollenname nicht eine Rolle widerspiegeln, z.B. Z_EINKAUF__ ?

  2. Hallo BRater,
    ja der Rollenname sollte die Zuständigkeit der Rolle widerspiegeln. Sicherlich kann man eine Rolle Z_EINKAUF_… nennen. Es ist aber nicht mehr notwendig, wie früher, die „kundeneigene Rolle“ mit Z beginnen zu lassen. Außer SAP… ist im Prinzip alles erlaubt. Doch gehört zum Rollennamen evtl. noch der Buchungskreis, weil es eine Ableitung ist, oder die Verkaufsorganisation etc. Auch kann man bei einem Mehrmandantensystem den Mandant im Rollennamen verewigen. Letztlich muss die Rolle, die zu einem Rollenkonzept gehört, sich so von anderen unterscheiden, dass man sie leicht generisch abfragen kann. Es gibt auch Systeme, da werden die Rollen im Rollentext (Bedeutung der Rolle) näher beschrieben. Es sind letztlich 30 Character Platz und den sollte man ausnutzen. Ich kenne Systeme, da beinhalten die Rollennamen nur Nummern, was sicherlich eine erhöhte Einarbeitungszeit erfordert.
    In den Rollennamen sollte auch die Rollenart aufgenommen werden: z.B. M_ für Masterrolle A_ für abgeleitete Rolle etc.

    Gruß
    Bernd

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